Was sind eigentlich Herkunftsnachweise (HKN)?

Herkunftsnachweise belegen, dass eine bestimmte Strommenge von einem bestimmten Kraftwerk produziert wurde. Sie können gehandelt werden und werden von Energieversorgern benötigt, um gegenüber den Letztverbrauchern eine beabsichtigte Stromqualität nachweisen zu können (z.B. im Rahmen eines Ökostromproduktes).

Warum gibt es Herkunftsnachweise?

In Europa gibt es einen Stromverbund, in den alle Kraftwerke ihre produzierten Strommengen einspeisen. Dabei ist es über das Stromnetz physikalisch nicht möglich, eine eingespeiste Menge genau bis zu einem Verbraucher zu leiten. Vielmehr spricht man vom Stromsee, in den alle Produzenten einspeisen. Der Strom der Kraftwerke vermischt sich und der von den Verbrauchern entnommene Strom kann keinem spezifischen Kraftwerk mehr zugewiesen werden. Der Strom wird grau.

Herkunftsnachweise sollen diese Lücke schließen. Nur über sie kann eine Aussage zur Qualität des verkauften Stroms getroffen werden. Der Verbraucher kann also über sein Stromprodukt und die damit verknüpften Herkunftsnachweise bestimmen, welches Kraftwerk wie viel in den europäischen Stromsee einspeisen darf.

Kann man mit HKN „grauen“ Strom grün waschen?

Man kann als Energieversorger theoretisch direkt bei einem Kohlekraftwerk Strommengen beziehen und von einem Wasserkraftwerk lediglich die Herkunftsnachweise einkaufen. Und beides in Kombination als Ökostromprodukt verkaufen. Über das HKN-System wird dafür die gleiche Menge echter Grünstrom in den Stromsee eingespeist, die als Graustrom verkauft wurde. Dem Wasserkraftwerk entstehen keine Nachteile und die Förderung der erneuerbaren Energien innerhalb Europas erfolgt über den Herkunftsnachweis.

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Hier erscheint die BU zum Stromsee und zur Rolle der Herkunftsnachweise (HKN)
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Ist Ökostrom immer gleich?

Nein, es gibt verschiedene Qualitäten. Ökostromprodukte, die sich ihre Qualität nicht durch ein unabhängiges Label zertifizieren lassen, stellen die niedrigste Qualität dar. „Ökostrom“ ist kein geschützter Qualitätsbegriff im Sinne eines allgemein definierten Kriterienkatalogs. Das Kriterium „Ökostrom“ wird auch eingehalten, wenn die HKN von 50 Jahre alten Wasserkraftwerken kommen, die nichts mit der aktuellen Energiewende zu tun haben. Zertifizierter Ökostrom (z.B. RENEWABLE-PLUS oder OK Power) definiert darüber hinausgehende Kriterien, die generell sicherstellen, dass man über das Ökostromprodukt den Ausbau der erneuerbaren Energien sinnvoll fördert. Die Qualitätskriterien erstrecken sich dabei nicht nur auf Kraftwerkseigenschaften wie z.B. das Alter der Anlage, sondern auch auf Verpflichtungen bezüglich des Investments in neue Kraftwerke.

Bei GRÜNSTROM sind 75% der Strommenge nach Renewable-plus zertifiziert.

Wenn der Strom sowieso in den europäischen Stromsee eingespeist wird, ist es dann überhaupt wichtig, dass er regional beim Verbraucher produziert wird?

Hat man im europäischen Stromsee nur wenige Kraftwerke, ist es einfach, diesen stabil zu halten, da der Zufluss über wenige Schnittstellen geregelt werden kann. Transportiert man Strom über größere Strecken, entstehen jedoch Transportverluste. Teile des Stroms im See „verdunsten“ bzw. „versickern“ durch Leitungsverluste. Je näher der Strom am Produzenten produziert wird, umso weniger Verluste gibt es also im Stromsee. Damit kann man generell die benötigten Strommengen minimieren, wenn möglichst viel Strom dezentral produziert wird. Versucht man aber bei jedem Produzenten 100% des Stroms vor Ort zu produzieren, erzeugt man viele kleine Stromseen und jeder für sich muss stabil gehalten werden, was wiederum zu hohen Kosten führt, vor allem im Bereich der Speicher. Eine Herausforderung der Energiewende ist es daher, zentrale und dezentrale Produktion in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen. Solarenergie wird eine wichtige Rolle bei der dezentralen Versorgung spielen. Mit SOLAR 25 zeigen wir schon heute, dass ein Anteil von 25% Solarstrom möglich ist.

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Hier erscheint die BU zum Verhältnis zentrale/dezentrale Stromversorgung

Was ist das Besondere an den 25% Solarstrom?

GRÜNSTROMWERK geht mit 25% seiner Strommenge den nächsten Schritt in die Energiewende. Wir kaufen den Strom zusammen mit den Herkunftsnachweisen direkt bei den Solarkraftwerken und können so eine Zeitgleichheit von Stromproduktion und Stromverbrauch dokumentieren. Mit unserer einzigartigen Ausbaugarantie garantieren wir den Bau neuer Solarkraftwerke dort, wo unsere Kunden Strom verbrauchen. Dies und unsere anderen Qualitätskriterien lassen wir uns in einem eigenen Zertifikat vom TÜV bestätigen, da uns die bekannten Ökostromzertifikate nicht weit genug gehen.